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Reinweineinschenker

 

die reinweineinschenker

Wein ist nicht gleich Wein, auch wenn er für den Konsumenten doch immer in der mehr oder weniger gleichen Verpackung daher kommt. Ein trügerisches Spiel! Stehen die Flaschen nebeneinander auf dem Tisch, weiss man kaum etwas über den Inhalt. Das Problem ist, dass eine Flasche Wein immer in mehr oder weniger derselben Verpackung daher kommt. Mal ist die Etikette etwas schicker, mal die Flaschenform etwas auffälliger. Aber das eigentliche Produkt - der Wein - bleibt bis zum Öffnen der Flasche verborgen. Und selbst dann ist es für einen gut informierten Weinliebhaber häufig ein Ding der Unmöglichkeit, herauszufinden, ob der Wein nun ein „designtes“, industrielles Massenprodukt oder ein artisanales, authentisches Manufakturerzeugnis ist.

Lebensmittel müssen heute bio, lokal und nachhaltig sein und Wein soll einfach nur gut schmecken? Bei einem  „Industriewein“ werden die Reben mit riesigen Maschinen bearbeitet, gespritzt und maschinell aus Rebzeilen geerntet in denen kein Käfer und Klee mehr (über)lebt. In den Kellern der Weinfabriken wird der Wein mit Schweinegelatine und Fischschwimmblasen geschönt und keine Beere berührt je Menschenhand. Ist guter Wein einfach Geschmackssache? Wir sind mit aller Vehemenz nicht dieser Ansicht! Industriell hergestellte Weine schmecken oft verblüffend gut, es gibt nichts an ihnen auszusetzen, sie sind ja auch von fähigen Oenologen designt worden, so dass sie möglichst vielen Leuten gefallen - korrekt und langweilig! Doch haben sie Spannung und Tiefe, strahlen sie? Haben sie Weinmagie?

Denn es gibt auch Weine, die aus Steillagen kommen, die mit Hand und Fuss bearbeitet werden von Weinbauern mit zerschürften Pranken und Erde unter den Fingernägeln. Von Rebbergen mit knorrigen Reben, die vom Grossvater gepflanzt wurden auf felsig-steinigem Untergrund, der sich dabei entschied, nie synthetische Spritzmittel anzuwenden sondern die Mühsal des biologischen oder gar biodynamischen Weinbaus auf sich zu nehmen - allen Unkenrufen und Ernteausfällen zum Trotz. Und wenn wir dann realisieren wie anstrengend die Bearbeitung dieses Rebberges ohne moderne Maschinen sein, muss und was der Winzer dafür als Entgelt will, dann überkommt uns Ehrfurcht, Hünerhaut und Dankbarkeit, erst recht mit dem Glas Wein von diesem Rebberg in der Hand.

Wir waren zeugen: Trauben werden gestreichelt, Wein im Keller mit Musik beschallt und wochenlang getüftelt, studiert und diskutiert, um hier und dort die Natur noch etwas besser zu verstehen und noch mehr aus dem Terroir herauszuholen. Die ganze Lebenseinstellung, das ganze Herzblut des Winzers kann sich in der Rebpflege und seiner Kellerarbeit spiegeln und dabei in unverwechselbaren, tiefgründigen, eben reinen Weinen, resultieren. Für uns hat reiner Wein nichts mit Schmutz oder Trübstoffen zu tun - „meh Dräck“ tut oft auch dem Wein gut aber dann bitte den richtigen... und diese Weine wollen wir finden und euch dann einschenken, immer wieder!

 

für dich - reinweintrinker!

Du musst dich nicht auskennen. Es ist die Aufgabe der Weinhandlung, rauszufinden welcher Wein dir passen könnte. Du musst nur ehrlich sein mit deinen Antworten. Ein „mag ich“ oder „mag ich nicht“ genügt! aber sei offen.

Auf der anderen Seite sind wir natürlich beide fasziniert vom Wein und dem Mythos der ihn umgibt. Darum wollten wir ein Teil dieser inspirierenden Welt des gegoren Traubensafts, welche vor 8000 Jahren erschaffen wurde, sein! Wein ist für uns eine Leidenschaft, ein Abenteuer, eine Reise ohne sich fortzubewegen… Wie Kinder können wir uns über eine neue Entdeckung freuen. Andere Rebsäfte stimmen uns andächtig und ehrfürchtig! Eine Weinerfahrung zu teilen, oder interessierten Menschen weiterzugeben, bedeutet für uns Glück. Und noch schöner ist es, wenn unsere Begeisterung überschwappt auf unsere Zuhörer. Wein verbindet… Wein lässt träumen…

 

 

tunc & theo

aufeinandertreffen

Rückblickend ist das erste Aufeinandertreffen von uns so erstaunlich, wie wunderbar aber eigentlich auch logisch: Theo öffnete voller Bedenken und lustlos die Wohnungstür, um den angekündigten Gast zu empfangen, der angeblich „auch draus komme“ bei Wein. Ja solche hatte er schon viele erlebt. Tunc war abgekämpft nach einem 14-Stunden-Tag im Rebberg und Winzerkeller, als er ein Weinbau-Praktikum machte. Wir glauben heute noch, uns an den ersten Augenkontakt im Türrahmen zu erinnern. Es war Liebe auf den ersten Blick einer unbeschreiblichen Männerfreundschaft und es folgte ein Abend, der wegweisend sein soll: fein essen, viel trinken, viel reden, ebenso zuhören, sich austauschen – etwas was wir noch immer können, lieben und somit auch pflegen. Doch das eigentlich Sagenhafte war die erste Geste im Türrahmen nach der Begrüssung: Theo klaubte irgend etwas  aus der dichten Haarpracht von Tunc, es waren die Spuren des Tages: Reben- und Traubenreste, die sich in den Haaren verfangen hatten. Die Rebe und der Wein waren also bereits beim allerersten Kontakt physischer Zeuge des Freundschaftsbeginns.

 

die gründung

Und die weinseligen, gepflegten Abende von tunc&theo wurden im Freundeskreis immer bekannter und legendärer und so wurden wir beide immer wieder und öfter von Freunden und Bekannten, üblicherweise am Freitag Abend angerufen und mit schon mal panischen Sätzen konfrontiert wie: „Hey, ich steh grad im Supermarkt vor dem Weinregal, weil mein Schwiegervater (oder mein neuer Flirt, meine Chefin, und so weiter) heute Abend kommt und ich weiss nicht, welchen Wein ich nehmen soll! Hilf mir!“ Offenbar gab es da Leute, die noch nicht gefunden hatten, was sie brauchten und suchten.

Und als eines Abends Theo niedergekämpft von der Arbeit bei Tunc vorbei schaute, sagte er: „Tunc, ich mag nicht mehr im Spital arbeiten!“ und Tunc antwortete: „Theo, ich mag nicht mehr im Büro arbeiten! Komm wir machen uns selbständig und was Eigenes!“ Nach einer kurzen Bedenkpause erwiderte Theo: „Ich kann sonst nur noch Wein verkaufen!“ und Tunc schrie begeistert: „Dann lass uns eine Weinhandlung gründen!“ Und so begann die Geschichte. Übrigens, so sonderbar es klingt: bei dieser verrückten Idee und Entscheidung war zunächst ausnahmsweise mal kein Wein im Spiel, respektiv Alkohol in unseren euphorischen Köpfen.

 

weinambassadoren

Natürlich gibt es viele Weinhandlungen und doch finden wir: zu wenig Reinweineinschenker! Aber nur Wein handeln, war nie unsere Vorstellung. Von denen gibt’s wie gesagt genug. Botschafter wollen wir sein! Botschafter der Weinregionen, der Weinkultur und von kombinierter Trink- und Esskultur. Wir wollen unsere charmanten, knorrigen, intellektuellen, wortkargen, und rechtschaffenen Winzerinnen und Winzer vertreten und ihre Ideen und Konzepte weitergeben. Geschichtenerzähler wollen wir sein, um von Winzergenerationen zu erzählen. Von wunderbaren, fast magischen Flecken Erde, die wie gemacht sind für genau diese Rebe und diesen Wein. Ja, der Ort, wo und wie welche Rebe wächst ist in unserem Weinuniversum zentral. Ebenso der Geist, das Herz und die Hände, die ihn machen. Und so wollen wir vielmehr Botschafter, Übersetzer und Vermittler und Erzähler von Orten, Geschichten und Weinphilosophien sein... Ganz Solothurnisch: Ambassadoren!

Dies ist unsere Vision, die natürlich nicht immer und überall erreicht werden kann. Aber es ist unser Anspruch genau das zu suchen, was sonst leider nicht mehr weitverbreitet oder selbstverständlich ist: Qualität und Authentizität von auserlesenen Produkten. Und wir, die reinweineinschenker, versuchen immer wieder aufs Neue, euch diese Geschenke der Natur und Winzerhände möglichst schön und echt zu verpacken. Versprochen!

 

 

 

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